In vielen Kontexten kann es sinnvoll sein statt einer Person eine Doppelspitze zu wählen. So können beiderlei Geschlecht repräsentiert werden, oder auch Ost- und Westdeutschland, Baden und Württemberg. In mehreren Parteien ist dies bereits üblich.
Diese Doppelspitzen sind zwar paritätisch besetzt, jedoch nicht proportional. Es kann also passieren, dass die selben 50% der Wähler beide Positionen besetzen. Die Wähler werden nicht entsprechend ihren prozentualen Anteilen abgebildet.
Wir stellen hier ein Verfahren für eine Doppelspitze vor, dass sowohl paritätisch als auch proportional ist. Zudem hat es all die Vorteile der Zustimmungswahl.

Verfahren

Basierend auf der proportionalen Zustimmungswahl können wir einen Spezialfall herausnehmen, indem zwei Personen gewählt werden die möglichst viele Wähler aber auch aus je einer von zwei Gruppen stammen.

Auf dem Wahlzettel können die Wähler beliebig viele Kandidaten ankreuzen.

Kandidat Abstimmung
Alisa
Benjamin X
Carola X
Dieter

Zur Auswertung erstellen wir eine Tabelle bei der in den Zeilen die eine Gruppe gelistet wird und in den Spalten die andere. So erhalten wir alle möglichen Paarungen. In diesem Beispiel nach Geschlecht.

Alisa Carola
Benjamin X XX
Dieter X

Für jedes Paar errechnen wir die Punktzahl. Hat ein Wähler einen der Kandidaten gewählt, so erhält das Paar einen Punkt. Hat ein Wähler beide gewählt erhält das Paar 1+⅓ Punkte.

Alisa Carola
Benjamin 1 1+⅓
Dieter 1

Zählen wir alle Werte von allen Wählern zusammen, so gewinnt die Paarung mit den meisten Punkten.

Dadurch, dass für den zweiten Kandidaten die Stimme nur anteilig gezählt wird verhindern wir, dass eine Wählerfraktion das Ergebnis dominiert. Um aber Überschneidungen zwischen Fraktionen zu berücksichtigen wird die zweite Stimme nicht ganz gestrichen. Wie der genau Wert von ⅓ sich ergibt ist unter proportionalen Zustimmungswahl beschrieben.